Kolinplatz 19, Zug

Instandsetzung und Modernisierung - Referenzensubmission 1. Rang

Nach dem Brand der Liegenschaft „Zum Pfauen“ entstand eine (städte)bauliche Lücke. In einem Architekturwettbewerb zum Wiederaufbau der Lücke wurde der Vorschlag des Architekten Lando Rossmaier ausgewählt. Die Bauherrschaft nutzte die Gelegenheit, zeitgleich das nördlich angrenzende Haus, das ehemalige Friedensrichteramt, welches ausgezogen ist, zu sanieren. Im Erdgeschoss ist weiterhin eine passantenorientierte Nutzung, z.B. als Verkaufsladen vorgesehen, in den Obergeschossen neu zwei Mietwohnungen.

Wir liessen verschiedene Umbauschichten aus dem 20. Jahrhundert zurückbauen. Dabei stiessen wir auf interessante Zeitzeugen; die Kernsubstanz ein Bohlenständerbau im ersten und zweiten Obergeschoss konnten auf die Zeit ab 1461 datiert werden. Türen aus der Barockzeit und Wandverkleidungen aus dem späten 18. Jahrhundert prägen das innere Bild. Wir nahmen diese „Bilder“ bewusst auf und ergänzten sie mit auch zur damaligen Bauzeit üblich verwendeten Materialien und verarbeiteten diese passend. Entstanden ist eine komplette Sanierung, welche die heutigen Anforderungen an den Brandschutz, Erdbebennorm sowie den Schallschutz erfüllt. Trotzdem konnten wir die räumliche Stimmungen der vergangenen Jahrhunderte erhalten. Der nicht mehr genutzte Ofen ist erhalten geblieben, die geschwärzte Bohlenständerwand lediglich gereinigt wieder sichtbar gemacht, die Brust- und Wandtäfer aufgrund der Farbbefunde in lindengrün gestrichen.
Der genehmigte Baukredit konnte eingehalten werden.

Bauherrschaft: Einwohnergemeinde Stadt Zug
Baukosten: BKP 2 CHF 2.17 Mio. / Kubatur 752 m3
Projekt: Instandsetzung und Modernisierung Wohnhaus mit Gewerbe im EG
Planungs- und Bauzeit: Projektierung 2015, Realisierung 2016 - 2018
Farbenkonzept: Röösli Architekten AG

Fotos: Regine Giesecke, Zug / Remo Stadlin, Röösli Architekten

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